Neues Projekt 2021-2022: ENTWICKLUNG UND EINKOMMENSVERBESSERUNG DANK CASHEW

Wir freuen uns über die Zuwendung der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit des Landes Baden-Württemberg. Wir haben einen Projektantrag für AIDEPC (Asociación Intercomunicaría del Desarrollo Estratégico de la Península de Cosiguina) gestellt und die Zuwendung von knapp 5.000 Euro für unser Projekt bekommen. Das Projekt startet am 1.4.2021 und soll bis zum 31.3.2022 abgeschlossen sein.

Der genossenschaftlich organisierter zivile Verein AIDEPC wurde 2002 gegründet. Es handelt sich um eine Gruppe kleiner landwirtschaftlicher Erzeuger mit 45 Mitgliedern, davon 23 Frauen. Angebaut werden in der Genossenschaft Mais, Bohnen, Sesam, Reis und Cashewnüsse. Trotz der wirtschaftlichen Krise wollen sie die Verarbeitung und Vermarktung von Cashewnüssen stärken. Hierfür wollen sie mit der Verbesserung der Produktionskapazität und -qualität für besseres Einkommen /Armutsbekämpfung und zur Nachhaltigkeit der Genossenschaft beitragen. Cashewplantagen sind eine agroforstliche Alternative, die im Naturschutzgebiet Cosigüina propagiert wird. AIDEPC trägt zur Umwandlung von Brachflächen oder landwirtschaftlichen Flächen in Cashewplantagen bei und so zur Wiederaufforstung und Abschwächung der Auswirkungen des Klimawandels. Die Mitglieder der Genossenschaft wurden in ökologischen Techniken für den Anbau geschult. Bio-Zertifizierung soll folgen.

Damit leisten wir aktiven Beitrag zu den UN-Zielen: keine Armut und Menschenwürdige Arbeit.

Das Projekt wird gefördert durch das Land Baden-Württemberg durch die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ).

Rückblick 2020

Liebe Vereinsmitglieder und Vereinsfördernde,

das Jahr 2020 ist vorbei, das lässt einen retrospektiven Blick auf unsere Tätigkeit im Jahr 2020 werfen. Das Jahr war besonders, in vielerlei Hinsicht. Die Pandemie hat sich auf das Vereinsleben ausgewirkt. Wir konnten zum Teil nicht alle unsere geplanten Veranstaltungen durchführen, anderseits haben wir so unglaubliche Zuwendungen für unsere Projekte erhalten, dass wir alle geplanten und ungeplanten Vorhaben im Jahr 2020 realisieren konnten. Für den kleinen Nicaraguaverein aus Mannheim ein voller Erfolg!

Dafür danken wir allen Spender*innen noch einmal ganz herzlich!
Das Wichtigste: das Frauenzentrum in El Viejo hat das ganze Jahr Beratung für Frauen in Notlagen angeboten, hat aber den Betrieb eingeschränkt und Sicherheits- und Hygienemaßnahmen getroffen. Wir haben es geschafft, dass komplette Gehalt von Erika Solis, der Leiterin der Einrichtung, in Höhe von 2.750 Euro, im 2020 zu übernehmen.

Im Januar 2020 reiste Günter Lohse, aktives und engagiertes Mitglied unseres Vereins, mit der Delegation der Stadt Mannheim nach El Viejo. In knapp einer Woche wurde dort ein Projekt zum Bau eines Rückhaltebeckens für die Stadt El Viejo entwickelt.

Er besuchte aber auch das Frauenzentrum und die Gruppe ASOPROVIMA auf den Zuckerrohplantagen. Unser Verein hatte 2019 einen kleinen Umweltpreis der Stadt Mannheim gewonnen. Diese Summe – 100 Euro – überreichte Günter an die Initiative als kleine Unterstützung für die rechtliche Beratung von Zuckerroharbeitern. Mit dem Team des Frauenzentrums wurden die wichtigsten Projekte für 2020 beraten.

Darüber hinaus haben wir uns – wie jedes Jahr am 6. Januar – mit einem Stand bei Neujahrempfang der Stadt Mannheim im Rosengarten beteiligt.

Moni, Ronald und Günter an unserem Stand (Marta macht das Foto)

In Februar haben wir uns entschlossen für die kaputte Dachrinne im Frauenzentrum Geld zu sammeln. Wir haben zu Spenden aufgerufen und schon in März könnten wir die benötigten 595 Euro nach El Viejo schicken. Die neue Dachrinne sieht zwar eher wie eine Rutsche aus, aber die Wassermengen in El Viejo sind reichlicher als bei uns.

Die politische Situation in Nicaragua war immer auch Thema auf den Treffen des Vereins. Die Einschätzung der Lage war nicht immer einfach. Nicaraguas Bevölkerung ist nach wie vor gespalten. Regierung und Opposition stehen sich feindlich gegenüber. Die Entlassung der meisten Gefangenen war ein Zeichen, das die Regierung gesetzt hatte, zur Entspannung hat dies aber nicht beigetragen. Die wirtschaftliche Situation des Landes war zu dieser Zeit sehr schlecht und wurde durch die Pandemie verschärft. Corona überlagerte die politischen Nachrichten. Die Regierung Ortega/Murillo versuchte zunächst die Pandemiesituation zu verharmlosen, musste dann aber reagieren. Noch immer ist es schwierig die tatsächlichen Zahlen von Infizierten und Toten zu bestimmen, sie schwanken zwischen Regierung und Opposition. Schutzmaßnamen waren nur bedingt möglich.
Klar war, die Lage war zu diesem Zeitpunkt schwierig. Die Menschen mussten zur Arbeit und hatten nicht den notwendigsten Minimalschutz. Wir mussten reagieren.

Im März haben wir nach Absprache mit dem Frauenzentrum zu Corona-Unterstützung aufgerufen. Dafür erhielten wir zahlreiche Spenden. Auch der Städtepartnerschaftsverein Mannheim und die Stadt Mannheim unterstützen die CoronaHilfe mit Spenden. Das Team aus Nicaragua verteilte “Bolsa de protección”, kleine Anti-Corona-Sets, an die Familien. Darin enthalten waren: Atemschutzmasken, Seife, Desinfektions- und Reinigungsmittel. Es konnten fast 200 Personen von der Aktion profitieren.
Der Vortrag von Günter über seinen Besuch in El Viejo „Nicaragua: 30 Jahre Städtefreundschaft Mannheim – El Viejo. Wie geht es den Menschen in El Viejo heute“ musste wegen des ersten Lockdowns abgesagt werden.
Ganz innovativ war unser Beitrag zum 1. Mai. Wir haben ein Video zum Thema „Solidarität“ gedreht und es wurde bei dem Live-Stream von DGB veröffentlicht. Moni und Ernst waren bei der AHA-1.Mai-Kundgebung dabei.

Moni mit Ernst bei 1.Mai Kundgebung (Ernst macht das Foto)

Im Sommer genossen wir die persönlichen Vereinstreffen in den Gärten von Mitgliedern mit gebührenden Abstands- und Hygieneregeln. Das Festival-Latino, das wir mit anderen Lateinamerikagruppen intensiv vorbereitet hatten, ist leider der Pandemie zum Opfer gefallen.
Ana Celia Tercero die Vertreterin der Zuckerrohrarbeiter aus El Viejo, die im August Mannheim besuchen wollte, konnte leider nicht nach Europa fliegen. INKOTA organisierte eine Videoveranstaltung mit ihr.
Im September feierten wir den Zuwachs im Verein: die kleine Franca kam gesund auf die Welt und wir nahmen sie sofort als ein ehrenamtliches Mitglied des Vereins auf. Glückwunsch an die Eltern!
Eine Anfrage aus der Halbinsel Cosigüina (am Ufer des Vulkans Cosigüina im Naturschutzgebiet) von der Genossenschaft AIDEPC erreichte den Verein im Oktober. Dabei geht es um die Unterstützung im Bereich von Verarbeitung von Cashew-Nüssen. Der Nicaraguaverein hat vor ca. 20 Jahren die ersten Cashew-Nussbäume bezahlt und auch einen Teil für das Verarbeitungszentrum. Viele erinnern sich bestimmt auch an das erfolgreiche Schweinezucht-Projekt mit AIDEPC. Das wir unsere Finanzen nicht strapazieren wollten, haben wir mit Hilfe des Mannheimer Morgen zur Unterstützung aufgerufen. „Mit Nussknackermaschine gegen die Armut“ . Wir haben jetzt genug Spenden erhalten, um einen Grundstock für dieses Projekt zu legen. Im Voraus haben wir für die Genossenschaft knapp 700 Euro für einen PC und Corona-Ausrüstung für das Verarbeitungszentrum verschickt.

Der für November geplante Vortrag von Günter in Ludwigshafen (wir erobern neue Ufern) wurde corona-bedingt auf Frühjahr 2021 verlegt worden. Wir trafen uns zum Vereinstreffen das erste Mal digital. Es kappte sehr gut.
Wir wurden von FINEP (Entw.pol. Beratungsinstitut aus BaWü) eingeladen, uns bei einem Projekt „Engagement 2030“ zu beteiligen, in dem es um die Einbindung von Studierenden für ein entwicklungspolitisches Projekt im Verein geht – wahrscheinlich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Ob es funktioniert und welche Unterstützung wir bekommen, erfahren wir bei dem ersten digitalen Treffen am 8.12. mit den Studierenden der Uni Heidelberg. Seid gespannt!

Weiterhin haben wir mit großer Freude erfahren, dass die Stadt Mannheim die Fördermittel vom Bund für den Bau des Rückhaltebeckens bekommen wird. El Viejo bekommt Unterstützung, damit die jährliche Überschwemmung der Stadt ein Ende hat. Wir drücken die Daumen für die gute Abwicklung des Projekts.

Ende November wurde Nicaragua von zwei Hurrikans in kurze Zeit aufgesucht. Eta und Jota fegten durch das Land. Obwohl der Schwerpunkt der Verwüstung eher an der Atlantikküste lag, auch in El Viejo waren starker Regen, überflutete Straßen und teilweise zerstörte Ernten von Mais und Bohnen für die Menschen spürbar. Wir sahen keine andere Wahl, als auch diesmal zur Hilfe aufzurufen. Wir waren gerührt über die Spendenbereitschaft für diese Naturkatastrophe-Opfer.


Sorgen macht uns die Vorbereitung eines neuen Gesetzes in Nicaragua, das die Zuwendungen aus dem Ausland an Gruppen reglementieren und kontrollieren soll. Es zielt auf Unterstützung der Opposition durch ausländische Geldgeber ab. Noch ist nicht klar, ob auch Vereine, wie der Nicaraguaverein und die unterstützten Projekte davon beeinflusst werden. Wir werden die Gesetzgebung verfolgen und berichten.


Last but not least: Wir freuten uns über den Brief vom 2. Dezember 2020 von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg. Wir haben im Oktober einen Antrag an die Stiftung gestellt und unser Projekt: „Einkommen und Entwicklungsverbesserung dank Cashew in Nicaragua“ bekommt Fördermittel in Höhe von knapp 5.000 Euro. Wir wollen der Genossenschaft AIDEPC helfen, die Verarbeitung von Cashew-Nüssen zu verbessern, das Know-How aufzubauen und die Vermarktung zu optimieren.

Als ein Verein mit kleinem aktivem Kern blicken wir, trotz schwieriger Situation, mehr als zu-frieden auf das Jahr. Wo wir noch staunen können, geschieht das Wunderbare!

Was wir uns wünschen für das Jahr 2021? Dass wir alle weiterhin gesund sind, ihr uns weiterhin treu bleibt. Erzählt Euren Freunden und Verwandten über uns – neue Mitglieder sind stets willkommen. Seid alle bereit auf die Sommer-Sause des Nach-Corona-Sommers 2021 – 35 Jahre des Vereins Mannheim El Viejo müssen gefeiert werden!

Letzte Sitzung im Jahr 2020

Wir hatten letzte Woche unsere letzte Vereinssitzung digital gemacht. Es klappte sehr gut. Ohne Glühwein und Plätzchen, dafür mit vielen neuen Ideen für das Jahr 2021.

Wir wünschen Euch allen Frohe Weihnachten und einen gesunden Start in das neue Jahr 2021!

Die Weihnachtspost ist unterwegs!

Da wir dieses Jahr keine Jahreshauptversammlung (JHV) corona-bedingt durchgeführt haben, kommt die Zusammenfassung unserer Tätigkeiten per Post zu Euch. Auch die Spendenquittungen für Geldeingänge bis zum 6.12.2020 wurden verschickt. Die anderen versenden wir im Januar.

Alle, die uns gespendet haben, und keine Spendenquittung bekommen haben, schreibt uns eine kurze E-Mail. Wir kümmern uns drum 🙂

Neues aus dem Frauenzentrum in El Viejo

Ein Bild von einem kleinen Mädchen mit dem Schriftzug: „Kinder dürfen nicht angerührt werden, nicht vergewaltigt werden, nicht ermordet werden“ – dieser Aufschrei ging nach dem Mord an zwei 10 und 12-Jährigen Mädchen in Mulukuku Mitte September durch die sozialen Medien Nicaraguas, dem sich auch die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums anschlossen. Eine traurige Realität, sagt Kenia, die Rechtsanwältin des Frauenzentrums, mit dem Frauen und Mädchen täglich konfrontiert sind. Sie beklagt die Schutzlosigkeit vieler Frauen und Mädchen, die in der derzeitigen Situation, in der die Menschen seltener das Haus verlassen, noch schlimmer ist.

Wir dürfen nicht zulassen, dass in der momentanen Krise Frauenrechte in den Hintergrund geraten, meint Erika Solís, die Leiterin des Frauenzentrums. Zur Covid-Pandemie kommt jetzt noch Hurrikan Eta, bei dem uns zwar nur die Ausläufer erwischt haben, aber auch das hat durch tagelangen Regen zu Überschwemmungen geführt. In der Regenzeit haben Krankheiten wie Dengue-Fieber wieder zugenommen.

Natürlich können wir zur Zeit keine Demonstrationen durchführen, das wäre unverantwortlich. Aber in sozialen Netzwerken und mit Plakaten bei uns im Frauenzentrum sowie den zahlreichen Gesprächen mit den Besucherinnen weisen wir immer wieder darauf hin, dass es Gesetze gibt, die uns schützen sollen und dass Täter bestraft werden müssen, damit es nicht zu weiteren Taten kommt.

In ihrer täglichen Arbeit bedeutet das für die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums, Frauen zu ermutigen, Gewalttaten zur Anzeige zu bringen und sensibel für mögliche Anzeichen des Missbrauchs bei ihren Kindern zu sein.

Viele Familien sind hier in besonderer Weise von der Pandemie betroffen, berichtet Rechtsanwältin Kenia Ubilla. Die wirtschaftliche Lage hat sich extrem verschärft. Ein wichtiger Arbeitgeber der Region, die Autoteilefabrik Arneccón, hatte vier Monate die Produktion gestoppt  – wegen der zeitweiligen Grenzschließung waren die Zufuhr von Teilen und der Export unterbrochen. Jetzt wurde der Betrieb zwar wieder aufgenommen, aber ein Teil der Beschäftigten wurde entlassen, ein Teil nur noch zu 50% beschäftigt. Hinzu kommt, dass die Auslandsüberweisungen stark zurückgingen. Viele Menschen sehen keine Perspektive, das Gefühl von Unsicherheit wächst.

Wir sehen die Auswirkungen daran, dass die Zahl der Frauen, die Unterhalt einklagen zugenommen hat, so die Rechtsanwältin. Allerdings kommt es immer häufiger vor, dass der Unterhaltspflichtige nicht zahlen kann. Natürlich können wir keine Jobs vermitteln, aber manchmal erfahren wir von Gelegenheitsjobs und können Tipps geben. Oder wir suchen andere Lösungen, und es wird in Naturalien gezahlt.

Kinder beim Mittagessen in der Vorschulgruppe des Frauenhaues

Während zunächst aus Angst vor Ansteckung eher weniger BesucherInnen ins Frauenzentrum kamen, hat mit dem Rückgang der Infektionszahlen in Nicaragua die Nachfrage nach den Beratungsangeboten wieder zugenommen.

Die Psychologin Orfa Prado hat derzeit einige Patientinnen in Behandlung, die aufgrund der Ansteckungsgefahren unter Angstzuständen leiden, aber auch solche, die nach überstandener Covid19-Erkrankung an Folgesymptomen wie Depression, Schwäche, Kopfschmerzen oder Antriebslosigkeit leiden. Und nicht nur Gewalt in Partnerschaften ist ein Thema:

Der 25-jährige Marihuana-Konsument J war wieder zu seiner Mutter gezogen, nachdem er im Haus der Großeltern fast einen Brand ausgelöst hatte. Die arbeitslose Mutter, die sich mit dem Verkaufen von Getränken über Wasser hält, verzweifelte an seiner Lethargie, der Weigerung, ihr zu helfen und gelegentlichen Wutausbrüchen, die in verbalen und physischen Angriffen mündeten. Seit April ist er in Behandlung bei Orfa Prado, und es ist ihr mit verschiedenen Therapiemethoden gelungen, ihn zu mehr Selbstreflexion zu bewegen und seine Impulse besser kontrollieren zu lernen. Der letzte Drogentest verlief negativ und auch die Beziehung zu seiner Mutter hat sich deutlich verbessert.

Viele Jahre war die Vorschule ein wichtiger Baustein im Bildungsangebot des Frauenzentrums. Schon vor einigen Jahren wurde sie formell der Grundschule des Stadtviertels zugeordnet, konnte aber bislang vom Frauenzentrum in den eigenen Räumen betrieben werden. Im August beschloss nun das Bildungsministerium, die Vorschule in die Räumlichkeiten der Grundschule zu verlegen – ein schwerer Schlag für das Frauenzentrum, auch wenn seit Beginn der Corona-Pandemie wenig Kinder kamen.

Die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums halten natürlich ihre Beratungsangebote für die Eltern aufrecht und stehen mit vielen Müttern und Vätern weiter in Kontakt.

Beratungen und Sprechstunde im Frauenhaus – Bild aus Zeiten vor Corona

Die Näh- und Backkurse können derzeit nicht durchgeführt werden. Falls es die Infektionszahlen erlauben, sollen sie im Januar wieder beginnen. Stattdessen gab es Anfang November in Kooperation mit dem staatlichen Ausbildungsinstitut INATEC einen Kochkurs – um die Abstandsregeln einzuhalten mit mehr Theorie und weniger Praxis, aber dennoch mit einem Zertifikat, das es den TeilnehmerInnen erlaubt, Essen öffentlich zu verkaufen.

Das Frauenzentrum bietet kostenlose Rechstberatung und Psychologische Behandlung an. Daneben hält die Frauenärztin regelmäßige Sprechstunden ab.

Die Gehälter für die Gynäkologin, die Psychologin und die Rechtsanwältin werden vom Nicaragua Forum Heidelberg finanziert, die Stelle der Leiterin wird vom Nicaraguaverein Mannheim-El-Viejo bezahlt.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, die Arbeit weiter zu ermöglichen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich im „Nicaragua aktuell“, Dezember 2020, Nicaragua Forum erschienen. Verfasst von Sabine Eßmann.

Mehr Info: https://www.nicaragua-forum.de/nica-aktuell/nica-aktuell-02-20-web.pdf

SONDERBRIEF NOVEMBER 2020

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

am 5.11.2020 haben wir erfolgreich über einen Artikel in Mannheimer Morgen zur Spende für die AIDEPC Genossenschaft in El Viejo aufgerufen. Wir wollten dem Verein mit ihrem Cashew-Plantagen helfen und eine Nussknack-Maschine kaufen. https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-mit-nussknackermaschine-gegen-die-armut-_arid,1712513.html

Leider hat am 4.11. Hurrikan „Eta“ und wenige Tage später „Iota“ schlimme Verwüstungen angerichtet. Zwei Hurrikans, die innerhalb von zwei Wochen auf die Atlantikküste trafen und durch das Land fegten. Das Land litt noch unter den Folgen des Sturms „Eta“ als „Iota“ schon in Anmarsch war. Der Klimawandel verstärkt die globale Ungerechtigkeit mit fatalen Folgen für die Ärmsten.

Hier ein Video über die Hurrikans auf Englisch (2 Min.)

https://www.youtube.com/watch?v=YQ5odfezDA0

Das Ausmaß der Verwüstung nach „Iota“ ist enorm. Sogar Tagesschau berichtete darüber: https://www.tagesschau.de/ausland/hurrikan-iota-103.html

Laut Aussagen der Regierung waren am 21.11.2020 über 12.000 Personen, ca. 2.400 Familien, immer noch in Not-Unterkünften untergebracht, weil sie direkt von Schäden betroffen waren. Die Bilanz 30 Tote und zahlreiche Vermisste im Land, so die Erstaufnahme.

Atlantik-Küste / Nicaragua

In El Viejo sind 71 Menschen in “solidarischen Unterkünften” beherbergt. Laut Aussagen aus El Viejo benötigt werden in der erste Linie Nahrungsmittel, Plastikplanen und Wellblech. Die Genossenschaft AIDPEC hat “Notfall-Taschen” mit Nahrungsmitteln und Medikamenten gepackt, um ihre besonders bedürftigen Mitglieder zu unterstützen.  Die Ernte von Mais ist zerstört. Auch die anfallende Ernte von Cashewnüssen musste verschoben werden.

Wir möchten mit einem kleinen Hilfsfonds die Menschen in Nicaragua unterstützen! Dafür benötigen wir Eure Hilfe!

BITTE spenden Sie für die Menschen in Nicaragua!

Schon jetzt herzlichen Dank und solidarische Grüße des Nicaraguavereins Mannheim – El Viejo

Für den Vorstand

Dr. Marta Wachowiak (Kassiererin)

 Spendenkonto: Sparkasse Rhein-Neckar  IBAN: DE 73 6705 0505 0038 5338 78

Wer eine Spendenquittung braucht, gibt bitte seinen Namen und Adresse bei der Überweisung an.

RUNDBRIEF OKTOBER 2020

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Monaten unser Leben und auch die Arbeit des Nicaraguavereins bestimmt.

Die für November geplante Veranstaltung, gemeinsam mit INKOTA , mit der Vertreterin der Zuckerrohrarbeiter kann leider nicht stattfinden. Sie kann im Moment nicht nach Deutschland kommen.

Wir empfehlen deshalb die Möglichkeit der online-Infonformation.

https://www.inkota.de/aktuell/veranstaltungen/news/vom/30/sept/2020/online-seminar-gefaehrliche-pestizide-und-nierenversagen-in-zentralamerika/

Die Coronalage in Nicaragua ist im Moment schwierig einzuschätzen. Die Zahlen über Infizierte schwanken je nach Quelle: die WHO meldet bis Oktober 4225 Infektionen, 153 Tote, das Observatorio Ciudadano Covid 19 meldet hingegen 10.631 Infektionen und 2768 Tote. Fest steht aber wohl, dass die Lage in Nicagaua im Vergleich zu den anderen mittelamerikanischen Ländern noch beherrschbar ist.

Nach wie vor fehlt es jedoch weiterhin, vor allem im ländlichen Raum, an Schutzmaßnahmen. Das staatliche Gesundheitswesen ist an seinen Grenzen, wer Geld hat, geht in eine private Klinik. Viele Menschen bleiben mit Krankheitssymptomen einfach zuhause. Das verschärft natürlich die wirtschaftliche Situation. Regierung und Opposition sind schon im Wahlkampfmodus und nutzen die Pandemie für politische Auseinandersetzungen.

Siehe dazu : https://www.nicaragua-forum.de/ und   https://amerika21.de/nachrichten

Trotz schwierigen Bedingungen war der Verein nicht untätig .Nach der erfolgreichen Aktion des Frauenzentrums in El Viejo, bei der über 200 Personen mit Masken, Desinfektionsmittel und Seife versorgt werden konnten, konnten wir weitere Aktionen unterstützen.

Das Frauenzentrum hat mit Hilfe des NicaraguaForums HD und des Mannheimer Nicaraguavereins weitere AntiCorona Sets besorgen können und an das Centro de Salud Theodoro Kint in Yiquilillo in der ländlichen Region El Viejos weitergegeben. Dort wurden die Masken und Hygieneartikel an verschiedene Gesundheitsposten auf dem Lande verteilt. So konnten auch die ländlichen Regionen El Viejos versorgt werden

Helfen konnten wir auch der ländlichen Genossenschaft AIDEPEC, die wir vor Jahren beim Aufbau der Cashewproduktion unterstützt haben. Sie konnten ebenfalls mit Hygienesets versorgt werden.

Diese Aktionen waren möglich durch Eure zahlreichen Spenden! Dafür bedanken wir uns im Namen der Menschen in El Viejo herzlich!

 In der Region El Viejo hat sich die Lage durch die tropischen Regenstürme noch zusätzlich verschärft. Die jährlich wiederkehrenden Regenfälle werden durch den Klimawandel in den letzten Jahren immer stärker. Im Moment stehen Stadt und Land unter Wasser. Hier ein Eindruck von der Situation in El Viejo: https://www.youtube.com/watch?v=r89T_UrRXqc 

Es zeigt sich, wie wichtig die von der Stadt Mannheim und der Gemeinde El Viejo geplanten Regenrückhaltebecken wären. Ein entsprechender Förderantrag ist durch die Stadt Mannheim nach dem Besuch der städtischen Delegation gestellt worden und wir hoffen, dass er genehmigt wird. Das wäre für die Zukunft eine Chance solche massiven Überschwemmungen abzumildern.

Diese Katastrophe begünstigt aber nicht nur die Coronainfektionen, sondern auch andere Krankheiten;wie das Denguefieber, das im Moment stark zugenommen hat. Mangelnde Hygieneartikel und Medikamente verschärfen die Lage.

Wir bitten deshalb weiterhin um Spenden für Anti-CoronaSets, damit unsere Partnerinnen auch in den kommenden Wochen weitere Aktionen druchführen können.

Wir wünschen Euch allen Gesundheit!

RUNDBRIEF JUNI 2020

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

rechtzeitig zu Beginn der Regenzeit ist die neue Dachrinne des Frauenzentrums in El Viejo fertiggestellt.

Allen Spender*innen noch einmal herzlichen Dank. Das Team des Frauenzentrums ist froh, das die Reparatur mit Eurer Hilfe so schnell erledigt werden konnte.

 Erfolgreiche Aktion des Casa de la Mujer bei der Corona- Prävention

Nachdem die ersten Corona_Fälle in Nicaragua später als in den Nachbarländern aufgetreten sind, hat  das Virus jetzt auch dort begonnen, sich rasant auszubreiten.Zwar werden in öffentlichen Gebäuden Desinfektionen durchgeführt, Einreisende auf Symtome getestet und bei diagnostzierten Fällen Kontaktpersonen nachverfolgt, ein lockdown wurde bislang nicht verhängt.

Inzwischen sind hunderte Fälle bekannt und die Zahlen steigen dramatisch. Chinandega, die Nachbarstadt von El Viejo hat sich zu einem Hot-spot entwickelt. Hinzu kommt die beginnende Regenzeit, die oft dazu führt, dass Atemwegserkrankungen zunehmen. Also die Menschen besonders anfällig für eine Infektion sind.

Neben der Saisonarbeit auf den Zuckerrohr-und anderen Plantagen halten sich viele Familien und alleinerziehende Mütter z.B. durch Straßenverkauf, Tortillabacken und Fahrradtaxis über Wasser. Sie leben von der Hand in den Mund und sind in dieser Situation extrem gefährdet. Ein “Daheim bleiben” können sie sich nicht erlauben, sie brauchen die Arbeit zum Überleben.

Das Frauenzentrumin El Viejo bietet weiter Beratung für Frauen in Notlagen an, hat aber den Betrieb stark eingeschränkt und Sicherheits-und Hygienemaßnahmen getroffen. Da der Nähkurs nicht stattfindet, entstand die Idee zu Hause Masken zu nähen.

Am Samstag, 16. Mai, führte das Frauenzentrum einen Aktionstag zur Coronaprävention durch.

Neben den Klientinnen der Rechtanwältin und Psychologin und den Eltern der Kindergartenkinder wurden auch Frauen die in der nahegelegenen Markhalle arbeiten und die Fahrradtaxifahrer eingeladen, da sie zur sehr gefährdeten Bevölkerungsgruppe gehören.

Die Frauenärztin und die Rechtsanwältin erläuterten Hygienemaßnahmen und Infektionswege und gaben Hinweise zum richtigen Gebrauch und Waschen der Masken.

Über 200 Personen konnten mit Masken, Desinfektionsmittel und Seife versorgt werden.

Die beim Nicaraguaverein eingegangenen Spenden und auch eine Spende der Stadt Mannheim und des Städtepartnerschaftsvereins Mannheim haben diese Aktion ermöglicht.

Die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums bedanken sich im Namen der Frauen und Familien ganz herzlich !Die Frauenärztin des Frauenzentrums , die auch  im örtlichen Gesundheitszentrum arbeitet ,hält weitere Corona- Schutzmaßnahmen für dringend erforderlich.  Der Aktionstag im Mai war ein erster Schritt.

Gemeinsam mit dem NicaraguaForum Heidelberg und dem Walldorfer Verein “Hilfe zur Selbsthilfe” wollen wir weitere Schutzmaßnahmen finanzieren.

Wir bitten deshalb um weitere Spenden unter dem Stichwort “Corona” auf unser Vereinskonto.

Noch einmal herzlichen Dank für Eure Unterstützung !

Alles Gute und kommt hoffentlich weiterhin gut durch die Krise !

Solidarische Grüße

Bilder aus der Aktion der Verteilung von Anti-Corona-Sets

RUNDBRIEF APRIL 2020

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

herzlichen Dank allen Spenderinnen und Spendern im Namen des Leitungsteams des Frauenzentrums in El Viejo. Ihr habt es ermöglicht, dass nun zeitnah die Dachrinnen repariert werden können, bevor das nächste Regenunwetter El Viejo erreicht. Die dafür nötigen 595 € sind bereits überwiesen.

Große Wirkung mit wenig Geld – Nicaraguaverein sammelt Spenden für Anti-Corona-Hilfe in El Viejo.

© G. Lohse / Eine Untersuchung im Frauenzentrum

Mit diesem Slogan haben wir uns in dieser Woche an die hiesige Presse gewandt und hoffen auf Veröffentlichung und entsprechende Bereitschaft zu helfen.

Die Pandemie hat auch Nicaragua erreicht. Vor allem für die arme Bevölkerung wird die Zeit sehr schwierig werden. Eine angemessene ärztliche Versorgung und geeignete Medikamente sind für sie oft kaum erreichbar. Infolge der Pandemie wegbrechende Einkommen bringen die Familien schnell an den Rand ihrer Überlebensfähingkeit.

Das Frauenzentrum “Casa de la mujer” in El Viejo ist im Augenblick noch geöffnet und wird von wenigen hilfesuchenden Frauen besucht. Die Leiterin Erika Solis hofft, dass das Zentrum nicht schließen muss. Die Vorschule ist bereits geschlossen und auch ein großer Teil der Kurse entfällt. Einige Frauen des Nähkurses hatten im Nähkurs begonnen Schutzmasken zu nähen, diese Arbeit führen sie nun z.T. zuhause weiter.

Besonders für Frauen, die alleine ihre Familien ernähren müssen ist die aktuelle Situation kaum zu meistern. Zusätzliche Kosten für besondere Hygienemaßnahmen gefährden die familiäre Situation und stürzen sie in noch größere Armut.

Erika Solis hat deshalb vorgeschlagen besonders bedürftige Familien mit einem “Bolsa de protección”, einem kleinen Anti-Corona-Set zu helfen. Darin enthalten sind: Atemschutzmasken, Seife, Desinfektionsmittel und Sanitärreiniger.

Mitarbeiterinnen des Frauenzentrum wollen an 80 bedürftige Familien das Paket ausliefern.

Die Hausbesuche haben außerdem noch einen anderen Zweck- zu sehen, ob es den Frauen und ihren Kindern gut geht.

Wir möchten diese Aktion unterstützen! Dafür benötigen wir ca. 750 € !

Unsere Solidarität darf jetzt nicht nachlassen. Unterstützen Sie uns ! Schon mit 9 € finanzieren sie ein Anti-Corona-Set und leisten konkrete Hilfe zum Schutz der Frauen und Kinder in Mannheims Freundschaftsstadt El Viejo.

Wir bitten um Spenden auf unser Konto unter dem Stichwort “Corona”

Unser Spendenkonto:

Sparkasse Rhein-Neckar IBAN: DE 73 6705 0505 0038 5338 78

Schon jetzt herzlichen Dank und solidarische Grüße des Nicaraguavereins Mannheim-El Viejo

Monika Grözinger-Heckmann

Das Frauenzentrum/ Casa de la mujer

„Wir Frauen haben keine Angst“? – dieser Slogan ziert die Außenwand des Frauenzentrums.

„Doch, natürlich haben wir Angst. Aber müssen auch heute wie schon vor 30 Jahren Frauen in Notlagen zu ihrem Recht verhelfen und einen Weg aus der Opferrolle zeigen.“

Das kostenlose Angebot des Frauenzentrums richtet sich an Frauen aus den ärmeren Bevölkerungsschichten. Das Team besteht aus:

– Rechtsanwältin Kenia Ubilla: Beratung und anwaltliche Vertretung, Abwicklung von Unterhaltszahlungen, Informationsveranstaltungen.

– Psychologin Vanessa Gaitán: Sprechstunde und Therapie, Aufklärungsveranstaltungen. Neben Fällen von Missbrauch und sexueller Gewalt spielen Drogenprobleme, familiäre und Schulprobleme eine große Rolle.

– Gynäkologin Aleida Ríos: Beratungsgespräche, Untersuchungen, Aufklärungsveranstaltungen, Verhütung, Aidsprävention.

– Vorschullehrerin Samaria Mendoza, Elternabende, Betreuung von ca. 30 Kinder zw. 3-6 Jahre. Die meisten Kinder kommen aus sehr armen Familien der angrenzenden Stadtviertel. Viele wachsen bei allein erziehenden Müttern oder bei den Großeltern auf.

– Leiterin Erika Solís,: Aufklärungskampagnen, Unterhalt des Hauses, Organisation von Kursen: Näh-, Koch-, Back- und Frisierkurse.

Das Frauenzentrum in El Viejo bietet Frauen und Mädchen psychologische, anwaltliche und ärztliche Unterstützung in Notlagen an.

Cada vez que una mujer se levanta por si misma, ella se levanta para todas las mujeres. / Jedesmal wenn eine Frau für sich einsteht, steht sie für alle Frauen ein.

Maya Angelou
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